Der sprechende Körper im System

Nora Otte & David Le Thai

TANZPAKT Dresden Nora Otte David Le Thai
Foto: Jana Mila Lippitz
TANZPAKT Dresden Portrait Nora Otte David Le Thai
Foto: Jana Mila Lippitz
TANZPAKT Dresden David Le Thai
Foto: Jana Mila Lippitz
TANZPAKT Dresden Nora Otte
Foto: Jana Mila Lippitz
TANZPAKT Dresden Nora Otte David Le Thai
Foto: Jana Mila Lippitz
TANZPAKT Dresden Portrait Nora Otte David Le Thai
Foto: Jana Mila Lippitz

“Die untertänigste Unterzeichnete gestattet sich Ew. Majestät mit nachstehendem ehrerbietigstem Gesuche näher zu treten und bittet daßselbe mit der Noth, in der sie sich befindet und dem Gefühle der Mutterliebe zu entschuldigen.” (Abschrift aus Gnadengesuche Teil 2 LGAISGV)

Das Projekt “27- Gnadengesuche der Königlich-Sächsischen Armee” des Lebensgeschichtlichen Archivs für Sachsen war Ausgangspunkt für die Rechercheresidenz mit dem Titel “Der sprechende Körper im System”.

Darin geht es um Gesuche straffreier Rückkehr ausgetretener Militärpflichtiger bzw. desertierter Soldaten in den Jahren 1872-1885. Die Anträge wurden meist von Müttern, Frauen, Schwestern oder Vätern der Betroffenen verfasst und geben einen faszinierenden Einblick in die gesellschaftliche Ordnung der damaligen Zeit. Otte und Le Thai untersuchten wie sich die Originaldokumente in Bewegungsprache übersetzen lassen, wie der Körper auf bestimmte Begriffe reagiert. Die Worte verlangen nach Posen aus denen sich über die Bewegung eine Choreografie erschließt.

In den Gnadengesuchen, die von Dresdner Familien stammten, waren die alten Adressen verzeichnet, die Otte und Le Thai im zweiten Teil ihrer Residenz aufsuchten. Hierbei wurde die Dresdner Stadtgeschichte einmal mehr sichtbar. Keines der neun Häuser existiert noch. Die Straßen wurden umbenannt oder sind gänzlich aus dem Stadtplan verschwunden. Ergebnis dieser Rechercheresidenz ist vorerst ein 8-minütiger Kurzfilm, in dem die damalige Zeit durch den lebendigen Körper die Gegenwart berührt.