MACHT+Menschenrechte

Johanna Roggan & Benjamin Schindler

Recherche-Residenz in Kooperation mit Art Stations Foundation, Poznań/PL

TANZPAKT Dresden Residenz Johanna Roggan Benjamin Schindler
Foto: Jana Mila Lippitz

Ausgangspunkt der Recherche sind Beobachtungen, wie in immer mehr europäischen und außereuropäischen Ländern nationalistische, patriotische und chauvinistische Kräfte aufblühen und erstarken, wie immer mehr Menschen ganz offensichtlich mit fester Hand geführt werden wollen.

Die Suche nach jemandem, der die Welt ´de-komplexisiert´ und ´a-globalisiert´ und somit das Unmögliche möglich macht – der vorgibt, wir könnten uns zurückbewegen, rückwärts gehen in einer Welt und Zeit, der es nur möglich ist, vorwärts zu laufen – wird zur politischen Agenda.

Während ihrer Recherche-Residenz beschäftigen sich Johanna Roggan und Benjamin Schindler mit den Menschenrechten, deren Verletzung(en) und dem Umgang damit als Einzelperson oder als Gruppe.

Ausgehend von der Annahme, dass die Menschenrechte (wie) unsere Haut sind, die unsere Innereien schützt und dennoch die Außenwelt hineinlässt, gilt es zu überprüfen, zu dokumentieren, zu verhandeln und zu fragen:

Wer kennt die Menschenrechte?

Welche Erfahrungen haben Menschen in Europa mit ihren Menschenrechten gemacht?

Welche Geschichten gibt es zu erzählen?

Wo werden sie im täglichen Leben verletzt – ohne, dass wir es merken?

Welche Narben bleiben?

Sind die Menschenrechte in Gefahr?

Muss die Liste der Rechte vervollständigt werden?

Welche Rechte sollten umgeschrieben oder gar gestrichen werden?

Die Residenz soll dem Sammeln eben jener Erfahrungen und Berichte dienen, um diese später in Bewegung, Tanz, Sprache, Text, Film und Bild zu übersetzen.

Ursprünglich waren gemeinsame Reisen in viele europäische Länder geplant, um dort nach Geschichten zu recherchieren und diese filmisch und auditiv zu dokumentieren.

In der momentanen Reise-Situation werden wohl mehr die Fragen als Johanna Roggan und Benjamin Schindler persönlich auf Reisen gehen.

Für die neue Situation suchen Schindler und Roggan nach adäquaten und auch ästhetischen Übersetzungen.